Soziales Unternehmertum

Das Bild zeigt den deutschen Botschafter in Eriwan Mathias Kiesler im Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden von Noah Dr. Gevorg Hayrapetyan (links) und Teilnehmer des Projektes „Social Entrepreneurship“.

 

Der Lorscher Verein Noah e.V. unterstützt ein Projekt über „Soziales Unternehmertum“ in Armenien. Die Initiative wird mit rund Euro 95.000 vom Auswärtigen Amt über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit unterstützt. Noah e.V. wurde 2006 von dem damaligen Vorsitzenden des Kuratoriums Weltkulturdenkmal Ernst-Ludwig Drayß gegründet und kümmert sich seitdem um die Lorscher Partnerschaft mit Armenien. Zweck des Vereines, der in Lorsch ansässig ist und 90 Mitglieder aus ganz Deutschland hat, ist vornehmlich die Förderung des kulturellen Austausches zwischen Armenien und Deutschland. So organisiert er beispielsweise auch die Besuche des Geghard-Chores oder anderer armenischer Künstler in Deutschland. Praktisch jedes Jahr führte er eine Reise für interessierte Personen nach Armenien durch. In 2019 beispielsweise fährt der Partnerschaftsverein im Mai nach Armenien und Georgien, organisiert von Noah. Zugute kommt dem Verein auch, dass Drayß ein Büro in Armenien hat – er leitet eine Gesellschaft, die das armenische Rentensystem verwaltet – und der 1. Vorsitzende Dr. Gevorg Hayrapetyan Armenier ist.

Über die vielfältigen und intensiven Kontakte in Armenien ist man auf das Projekt „Soziales Unternehmertum“ gestoßen, so Ernst-Ludwig Drayß, Mitgründer und Vorstandsmitglied des Vereines. Unter „Sozialem Unternehmertum“ versteht man eine unternehmerische Tätigkeit, die sich innovativ, pragmatisch und langfristig für die Lösung sozialer Probleme einsetzt, zum Beispiel im Bereich Bildung oder Umweltschutz. Dabei muss das Unternehmen auch wirtschaftlich denken, ohne dass die Gewinnerzielung an sich im Vordergrund steht. Beispiele sind Unternehmen im Touristikbereich, der Landwirtschaft, der Müllentsorgung, im Sanitärbereich. „Soziales Unternehmertum“ wird zur Förderung des Aufbaues der Zivilgesellschaft in den Ländern Osteuropas vom Auswärtigen Amt unterstützt. Für die Umsetzung bedarf es allerdings privater Organisationen, wie Noah e.V.

Bei der Umsetzung arbeitet Noah mit einem lokalen Partner, nämlich dem „International Center for Interculturel Research, Learning and Dialog“ in Armenien, und der Deutschen Botschaft in Eriwan, Armenien zusammen. Konkret geht es um das Training  von Trainern, das heisst um die Ausbildung von Personen, die wiederum dann beim Aufbau sozialer Unternehmen tätig sind. Die Auftaktveranstaltung fand Mitte Dezember in Eriwan statt, geleitet von dem 1. Vorsitzenden von Noah Dr. Gevorg Hayrapetyan. Das Programm läuft über 6 Monate.

Die Partnerschaft mit Lorsch wird durch dieses Projekt in Armenien eine große Aufmerksamkeit erfahren, zumal es auch in Radio- und Fernsehauftritten vorgestellt werden wird.